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CHC Insights

Warum mich interprofessionelle Lösungen im Gesundheitswesen antreiben

«Qualität im Gesundheitswesen ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis guter Zusammenarbeit.»

Dieser Gedanke begleitet mich seit vielen Jahren. Er beschreibt weniger ein Ziel als vielmehr eine Haltung: Nachhaltige Gesundheitsversorgung entsteht dort, wo Menschen, Kompetenzen und Perspektiven sinnvoll zusammenwirken.

 

Der Weg ins Gesundheitswesen war für mich nicht von Anfang an klar vorgezeichnet. Nach der Matura wusste ich, dass ich etwas Naturwissenschaftliches studieren wollte, aber noch nicht genau was. Praktika in einer geriatrischen Klinik und in der Apotheke meines Onkels haben meine Entscheidung geprägt. Pharmazie war der Chemie am nächsten – und damit genau das richtige Feld für meine Interessen. Ich habe in Wien Pharmazie studiert und mich früh für pharmazeutische Chemie begeistert. Meine Diplomarbeit im Bereich Morphinchemie wurde von der Österreichischen Pharmazeutischen Gesellschaft als beste Arbeit des Jahres ausgezeichnet – eine grosse Motivation, auch noch zu promovieren. Berufliche Stationen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und den USA folgten – von der Offizinapotheke über die Forschung bis zur Zusammenarbeit mit Patentanwälten in der Onkologieforschung. Diese unterschiedlichen Perspektiven haben mein Verständnis für Gesundheitsversorgung nachhaltig geprägt.

 

Der Mensch im Mittelpunkt – nicht das System

Ein besonders prägender Moment war meine Mitarbeit an einem Expertenbericht zur Nationalen Strategie zur Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten (NCD). Im Redaktionsteam ist es uns gelungen, den Fokus konsequent auf den Menschen zu legen – nicht auf einzelne Leistungserbringer oder Berufsgruppen. Die zentrale Frage lautete: Was braucht der Mensch – und wer hat die Kompetenz, ihn bestmöglich zu unterstützen? Dieser Perspektivenwechsel ist für mich bis heute entscheidend. Interprofessionelle Zusammenarbeit ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Qualität. Oder wie es ein afrikanisches Sprichwort ausdrückt: If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together. In meinen leitenden Funktionen – unter anderem beim Schweizerischen Apothekerverband pharmaSuisse und später als Geschäftsführerin des Vereins QualiCCare – habe ich erlebt, wie viel Potenzial in echter Zusammenarbeit steckt. Wenn Stärken gefördert, Verantwortung geteilt und gemeinsame Ziele verfolgt werden, entstehen nachhaltige Lösungen.

 

Qualität als kontinuierlicher Prozess

Mit Czock Healthcare Consulting unterstütze ich heute Organisationen im Gesundheitswesen bei strategischen, konzeptionellen und operativen Fragestellungen – von Bildungsangeboten über Projektmanagement bis hin zu gesundheitspolitischen Stellungnahmen. Wenn ich meine Arbeit jemandem ausserhalb des Gesundheitswesens erkläre, sage ich meist: Ich unterstütze Organisationen dabei, ihre Projekte, Bildungsangebote oder strategischen Positionen so zu entwickeln, dass sie wirksam und nachhaltig sind. Qualität im Gesundheitswesen bedeutet für mich ganz konkret: Verbesserungen pragmatisch umzusetzen. Die eigene Arbeit regelmässig zu evaluieren. Aus Evidenz und Erfahrung zu lernen. Und immer wieder zu fragen, wie sich Lebensqualität, Autonomie und Versorgungssicherheit für Menschen verbessern oder erhalten lassen. Fachlich liegen mir besonders die interprofessionelle Zusammenarbeit, Prävention – insbesondere durch Impfstrategien – sowie Themen wie der diabetische Fuss am Herzen, die oft zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Nicht als isolierte Fachgebiete, sondern als Teil eines grösseren Ganzen. Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit dann wirklich einen Unterschied macht, wenn Ergebnisse nicht nur erarbeitet, sondern tatsächlich angewendet und weitergetragen werden.

 

Haltung, die verbindet

In meiner Arbeit sind mir Ethik, Loyalität, Klarheit und Transparenz besonders wichtig – ebenso wie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Auch bei komplexen oder politischen Fragestellungen bleibe ich dran. Resilienz gehört für mich genauso dazu wie der Anspruch, das Optimum für Auftraggeber:innen und Patient:innen herauszuholen. Langfristig wünsche ich mir ein Gesundheitswesen, in dem interprofessionelle Zusammenarbeit selbstverständlich gelebt wird – damit Menschen ihre Anliegen nicht mehrfach erklären müssen, sondern koordiniert begleitet werden. Ausgleich finde ich in der Bewegung: beim Tanzen, in den Bergen, in der Natur oder auf Reisen. Vielleicht liegt darin auch eine Parallele zu meiner Arbeit – im Zusammenspiel von Struktur und Dynamik, Analyse und Menschlichkeit. Ich glaube an Lösungen, die Menschen verbinden – und Systeme verbessern.


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